Herr Lamprecht

 

 

 

 

 

Ein Alltagsheld für alle Fälle

Einfach ist es nicht

Ganz einfach ist es wirklich nicht für Reiner Lamprecht. Der drahtige 54-Jährige aus Heilbronn ist aufgrund einer körperlichen Einschränkung durch Kinderlähmung zeitweise auf den Rollstuhl angewiesen. Aktuell nutzt er ihn auch schon bei kürzeren Strecken und manchmal kommt er auch schon mal bei zu längeren Fluren an seinem Arbeitsplatz, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, zum Einsatz. Wenn irgendwie möglich und machbar versucht er in seinem Alltag mit einem Gehstock klarzukommen.

Unterwegs im Einsatz für Menschen mit Handicap

Gut, dass das so möglich ist, denn die für einen Rolli erforderliche Barrierefreiheit ist bei weitem nicht überall gegeben. Erst vor kurzem musste Reiner Lamprecht mal wieder aus seinem Rolli aussteigen. Er war auf einem seiner vielen Einsätze für andere in Stuttgart auf dem Hauptbahnhof und kein Aufzug hat ihn zur gewünschten U-Bahn gebracht. „Das ist bedauerlicherweise gerade nicht möglich“, so eine freundliche, aber wenig hilfreiche und weiterführende Auskunft eines Angestellten der Deutschen Bahn. Gott sie Dank hat er noch die Möglichkeit und kann mit Unterstützung die Rolltreppe nutzen. Der Beirat des Evangelischen Fachverbandes Behindertenhilfe trifft sich an diesem Tag in der Internationalen Jugendherberge in Stuttgart. Reiner Lamprecht ist seit vielen Jahren dort aktiv. Wirkt mit wo er kann und setzt sich für Menschen mit Handicap in ganz Baden-Württemberg ein.

Leidenschaft für Sozialpolitik

Der Beirat ist eines der vielen Gremien, in denen Reiner Lamprecht etwas für andere tut, sich leidenschaftlich einbringt, die Stimme für eine verbesserte Teilhabe von Menschen mit Behinderung erhebt.

Wie gesagt, die Liste ist lang: Neben dem Beirat des Evangelischen Fachverbandes Behindertenhilfe ist er im Arbeitskreis Eingliederungshilfe und dem Inklusionsbeirat der Stadt Heilbronn, sowie in einer Projektgruppe der Behindertenhilfe des Landkreises aktiv.

 

Mehr als ein Fulltime-Job

Doch nicht nur die Welt der kommunalen und landesweiten Gremien der Sozialpolitik gehören zur – ehrenamtlichen – Welt von Reiner Lamprecht, der an seinem Arbeitsplatz in der LebensWerkstatt auch noch Vorsitzender des Gesamtwerkstattrates ist. Eigentlich wäre schon das ein Fulltime-Job. Eines ist klar: Energie hat er, auch wenn er manchmal vor lauter Terminen Zeiten doppelt vergibt und dann in Absprache mit seiner Assistentin Prioritäten setzen muss. Er weiß, wo er Unterstützung braucht und kann es auch benennen. So auch in seinem übrigen Alltag. Schon lange wohnt Reiner Lamprecht im Ambulant betreuten Wohnen und erhält lediglich stundenweise Unterstützung von den Offenen Hilfen Heilbronn.

Energie ohne Ende

Ganz heldenhaft versucht er aber immer alle gut zu begleiten, zu beraten und schont sich selbst dabei wenig. Selbst in seiner knappen Freizeit ist Reiner Lamprecht für andere da. So gestaltet er den inklusiven „Olgatreff“ der Offenen Hilfen, unterstützt das dortige  Team bei der Organisation und packt schon auch mal an der Theke mit an, wenn „Not am Mann ist“.

 

Auf die Frage, ob es denn nicht manchmal zu viel sei, bekommt man von Reiner Lamprecht die klare Antwort, dass es wichtig sei etwas zu tun. Und schon im nächsten Satz berichtet er mit strahlenden Augen und voller Begeisterung von guten Beispielen, wie das im Beirat des Fachverbandes entwickelte Ideen- und Beschwerdemanagement  oder auch der Fahrt zu einem Inklusionskongress.

 

Helden des Alltages – Reiner Lamprecht ist sicher einer von Ihnen.

Dieser Alltagsheld wurde vorgeschlagen von

Bernd Schatz, Referent Behindertenhilfe und Psychiatrie

Diakonisches Werk Württemberg

Tel.: 0711 1656-328

E-Mail: schatz.b@diakonie-wuerttemberg.de