Familienpaten

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ein Projekt des Kreisdiakonieverbandes Heilbronn

 

Sigrid  Michel, Renate Giebel und Frau F. (Klientin)

Im Familienpatenprojekt der „Jagsttalpaten“ engagieren sich Ehrenamtliche für Familien und Menschen im unteren Jagsttal, Landkreis Heilbronn. Das Projekt des Kreisdiakonieverbandes Heilbronn bietet Unterstützung, wo andere Hilfen nicht oder möglicherweise zu spät greifen. Die Unterstützung der ehrenamtlichen Jagsttalpatinnen und -paten ist dabei sehr niederschwellig und hochflexibel. Doch fühlen die Ehrenamtlichen sich in Anbetracht des Geleisteten als Alltagshelden?


Die Patinnen

Seit wann sind Sie als Jagsttalpatinnen aktiv?

Renate Giebel: Ich bin jetzt seit drei Jahren als Jagsttalpatin aktiv. Ich bin einfach ein Typ, der nicht so gern daheim sitzt und habe mir schon länger überlegt, bei den Jagsttalpaten mitzumachen. Erst habe ich mir das nicht so recht zugetraut. Inzwischen habe ich auch schon komplizierte Fälle begleitet und kann sagen, dass die Aufgabe als Familienpatin mir liegt und es mir großen Spaß macht dabei zu sein.

Was macht Ihnen an der Arbeit als Jagsttalpaten Freude?

Sigrid Michel:  Zunächst einmal die gute Betreuung durch Angela Tatti. Wir treffen uns sehr regelmäßig mit ihr zum Erfahrungsaustausch. Wenn es irgendwo mal hakt, besprechen wir das und finden eigentlich immer eine Lösung. Manchmal kann zum Beispiel der Tausch unserer Einsatzstellen Sinn machen.

Welche Aufgaben haben Sie als Patinnen?

Renate Giebel: Das können wir immer mitbestimmen. Wir bekommen die Familien und Fälle vorgestellt, bevor wir in die Hilfe einsteigen. Da bekommen wir ein Bild, um was es im Einzelnen geht. Zum Beispiel habe ich schon bei Hausaufgaben geholfen, Freizeit mit Kindern verbracht oder ausgeholfen, wenn Kindern mal stundenweise zu betreuen sind. Die Aufgaben einer Jagsttalpatin können von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein.

Für uns sind Sie "Alltagsheldinnen". Passt diese Bezeichnung für Sie?

Sigrid Michel:  Also ich sehe mich absolut nicht als Alltagsheldin. Ich fühle mich mehr als Helferin. Wir wurden auch schon öfter gefragt, warum wir das machen? Dann hab ich gesagt, dass ich wenn ich alt bin ich mal sagen möchte, dass versucht habe, Gutes zu bewirken. Ob ich viel oder wenig bewegt habe, das ist egal. Man hat`s jedenfalls versucht. Und man hat seinem Leben ein Stück weit mehr Sinn gegeben.



Die Familien

Frau F., Ihre Familie wird von Jagsttalpaten unterstützt. Wie kamen Sie zum Projekt?

Frau F.*: Das wurde bei uns über die Diakonische Bezirksstelle vor Ort eingefädelt. Hier hatten mein Mann und ich einige unterstützende Gespräche und uns wurde die Möglichkeit mit den Jagsttalpaten angeboten. Angela Tatti, die Projektkoordinatorin bei der Diakonie, kam zu uns und sprach mit meinem Mann und mir darüber, in welchen Bereichen wir uns genau eine Hilfe vorstellen könnten. Seither kommen Sigrid und Renate zu uns und verbringen Zeit mir und den Kindern oder helfen uns regelmäßig wenn Großeinkauf ansteht, den wir nicht ohne Auto erledigen können. Das ist für uns eine große Hilfe und Entlastung.